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Frank Nickel

unregistriert

1

Mittwoch, 18. Oktober 2006, 18:21

Genemigung einer Kleinkläranlage

Hallo,

wir leben auf einem Aussiedlerhof der mit 2 anderen Höfen ca. 3Km von der
nächsten Ortschaft entfernt ist.
Wir wurden jetzt vom Bürgermeister angesprochen wegen einer Abwasserleitung
die von unseren Höfen zum nächsten Kanal gelegt werden soll um die Abwässer zur Kläranlage zu führen.
Bisher wurden unsere Abwässer von der Klärgrube zu einem Güllebehälter geleitet und somit mit den anderen Wirtschaftsdüngern (Gülle) auf das Feld ausgebracht.
Jetzt sei dies in absehbarer Zeit nicht mehr zulässig,und wir müssen anschließen.Anschlußkosten pro Hof 17500EUR. Die gesammte Leitung soll insgesamt 240000EUR kosten!? Zuschuß vom Land Hessen 190000EUR.
Eine Kleinkläranlage für jeden Hof sein nicht genemigungsfähig,da wir keinen Vorfluter haben?
Wer hat Erfahrungen mit der Gesetzeslage? Was ist der Vorfluter? Warum kann man den nicht an eine Kläranlage anbauen? Ist ein Betrag von 17500EUR für einen Haushalt überhaupt zumutbar? Wer kann uns gegen die Behörden beistehen
( Rechtsanwalt ) ?

H.D.Hollendieck

unregistriert

2

Mittwoch, 18. Oktober 2006, 19:54

Re: Genemigung einer Kleinkläranlage

>Hallo,
Bin zwar kein fachmann aber ebenso Betroffener.
In Ihrem Fall macht es meiner Meinung nach keinen Sinn eine Abwasserleitung - ich nehme mal an das es sich um einen Abwasserkanal handelt - über die Entfernung zu legen.
Ich wohne in NRW Kreis Minden-Lübbecke. Hier ist es auch notwendig eine Kleinkläranlage zu bauen oder eine Druchentwässerung des Abwassers vorzunehmen.
Wir haben uns für eine eigene Kläranlage enschieden, die vor 2 Jahren nochmals umgebaut wurde. Sie arbeitet heute mit einer aktiven Belüftungsanlage und verschiedenen Pumpen so das das aufbereitete Wasser überall oberflächlich versichern darf. Ein Vorfluter(Graben) ist nicht mehr erforderlich. An Kosten hat meine Kläranlage bisher 7.000 € verschlungen - incls. der Umrüstung. Für beide Maßnahmen ( Bau und Umrüstung gab es ca. 3.000 € Zuschuß. Das halte ich durchaus für vertretbar.

sepp s

unregistriert

3

Mittwoch, 18. Oktober 2006, 23:15

Re: Genemigung einer Kleinkläranlage

Ein Vorfluter ist ein Bach in dem das durch eine Kläranlage "gereinigte" Abwasser geleitet werden kann. Ist ein solcher nicht vorhanden bzw. fliest in diesem zu wenig Wasser dann ist auch keine Kleinkläranlage zulässig da ein versickern lassen nicht zulässig ist. Die Abwässer dürfen bei uns in die Güllegrube geleitet werden, und auf die Felder Wiesen ausgebracht werden allerdings muss eine ausreichende Lagermöglichkeit gegeben sein (Wintermonate)zudem muss die Landwirtschaftliche Fläche ausreichend sein. ( es darf nur eine bestimmte Abwassemenge pro Hektar ausgebracht werden.Sehr oft werden bei uns Pumpstationen errichtet, von solchen wird dann das Abwasser zum nächsten Kanal- Anschluss gepumpt da eine Pumpleitung (großer Schlauch wesentlich billiger als ein Kanal ist.
Mfg Sepp

SvenG

unregistriert

4

Donnerstag, 19. Oktober 2006, 12:29

Re: Genemigung einer Kleinkläranlage

Hallo

Das Grundwasser kann m.E. auch als Vorfluter dienen. Lassen eure Wassergesetze die Einleitung von vollbiologisch gereinigten Abwasser über eine Versickerung (vielleicht in Verbindung mit einem kleinen Schönungsteich) nicht zu?
Ich würde das nicht als Problem sehen. Sprech doch mal mit der zuständigen Wasserbehörde. Euer Bürgermeister ist für die Versickerung nicht zuständig.
Ich halte den Kostenaufwand für Unverhältnismäßig hoch (erstaunlich, dass das Land so hoch fördert... die haben wahrscheinlich genug) sodass Euer Abwasserbeseitigungspflichtiger (Gemeinde/Zweckverband) meines Erachtens über einen Antrag aus seiner Abwasserbeseitigungspflicht entlassen werden könnte.

MfG Sven

Christian Schulz

unregistriert

5

Dienstag, 24. Oktober 2006, 19:36

Re: Genemigung einer Kleinkläranlage

Hallo Herr Nickel,
der von Ihnen geschilderte Fall spiegelt die derzeitige - völlig unsinnige und entgegen jeglicher ökonomischer Vernunft - im Wassersektor praktizierte Förderpolitik aus Wiesbaden wider. Das Land Hessen (in diesem Bundesland befindet sich Ihr Hof) hat im November 2005 ein Sofortprogramm zur Finanzierung von kommunalen Abwasseranlagen verabschiedet, das finanzschwachen Gemeinden mit insgesamt 500 Millionen Euro (!) unterstützen soll. Da auch Hessen derzeit einen Anschlußgrad von ca. >96 % haben dürfte, fällt diese gigantische Summe (wo sie hergenommen bzw. abgezwackt wird = ?) in erster Linie den ländlichen Gemeinden zu. Da die ländlichen Gemeinden oft durch lange Distanzen zwischen den Anschlußnehmern (Aussenbereichsgrundstücke) charakterisiert sind, dringt dieses Geld hauptsächlich in die flächendeckende Anschlußkanalisation einiger weniger Grundstücke. Unterstützt wird diese wasserwirtschaftliche Zielrichtung durch die Verwaltungsvorschrift 908 (Hess. Staatsanzeiger 05.September 2005), in der die sog. Zumutbarkeitsgrenze (Grenze, ab der es für eine Gemeinde unzumutbar ist, ein Aussenbereichsgrundstück an die öffentliche Kanalisation anzuschließen) von 4000,-€/Einwohner(EW) auf 8.000,-€/EW angehoben.
Wie ignorant diese Zielrichtung gegenüber der mitlerweile marktreifen und im ländlichen Raum oft wirtschaftlicheren Kleinkläranlagen (KKA) ist, macht deutlich, dass bspw. NRW von 1997 bis 2005 KKAs gefördert hat; Mecklenburg-V., Brandenburg, S-H, Bayern, BW (z.T) derzeit fördern und Sachsen und Thüringen die Förderung angekündigt haben. Der Bund präsentiert derweil Kleinkläranlagentechnik auf internationalen Messen und Tagungen. Dass mit KKA eine ordnungsgemäße Abwassserreinigung erzielt werden kann ist zudem seit 1998 im Wasserhaushaltsgesetz (Bundesgesetz) festgeschrieben.

Ich kann nur den Rat geben: Setzen Sie sich mit der Gemeinde (abwasserbeseitigungspflichtig) zusammen. Die Gemeinden haben Möglichkeiten diesen Verschwendungswahn zu stoppen (aus welchem Ressort sollen denn die 190.000,- € Förderung in Ihrem Fall entnommen werden? Stichwort Kita, Unterrichtsgarantie Plus,...etc. ). Ich (als hessischer Steuerzahler) versuche gerne Sie dabei zu unterstützen.

Übrigens: eine Versickerung (bei fehlendem Vorfluter) von mech.-biologisch gereinigtem Abwasser ist auch in Hessen genehmigungsfähig (nicht im Wasserschutzgebiet).
Christian Schulz


>Hallo,
>wir leben auf einem Aussiedlerhof der mit 2 anderen Höfen ca. 3Km von der
>nächsten Ortschaft entfernt ist.
>Wir wurden jetzt vom Bürgermeister angesprochen wegen einer Abwasserleitung
>die von unseren Höfen zum nächsten Kanal gelegt werden soll um die Abwässer zur Kläranlage zu führen.
>Bisher wurden unsere Abwässer von der Klärgrube zu einem Güllebehälter geleitet und somit mit den anderen Wirtschaftsdüngern (Gülle) auf das Feld ausgebracht.
>Jetzt sei dies in absehbarer Zeit nicht mehr zulässig,und wir müssen anschließen.Anschlußkosten pro Hof 17500EUR. Die gesammte Leitung soll insgesamt 240000EUR kosten!? Zuschuß vom Land Hessen 190000EUR.
>Eine Kleinkläranlage für jeden Hof sein nicht genemigungsfähig,da wir keinen Vorfluter haben?
>Wer hat Erfahrungen mit der Gesetzeslage? Was ist der Vorfluter? Warum kann man den nicht an eine Kläranlage anbauen? Ist ein Betrag von 17500EUR für einen Haushalt überhaupt zumutbar? Wer kann uns gegen die Behörden beistehen
>( Rechtsanwalt ) ?

Frank Nickel

unregistriert

6

Mittwoch, 25. Oktober 2006, 22:21

Re: Genemigung einer Kleinkläranlage

Hallo,
ich möchte in unserem Fall weiter berichten.
Wie zuerwarten war stellt sich die untere Wasserbehörde quer mit der Aussage:
- eine kleinkläranlage ist nicht genehmigungsfähig weil das einleiten in einen Vorfluter nicht möglich ist(es wurde nicht genauer begründet ob in dem naheliegenden Bach zu wenig Wasser läuft oder wo das Problem liegt).
- Versickern sei nicht möglich da geologische Probleme vorhanden seien.
D.H. unter uns gibt es eine Kalkschicht,wennn dort das Abwasser aus der Kläranlage eintritt könnte das Grundwasser verunreinigt werden!?
- ausserdem sei die Gemeinde für unser Abwasser zuständig und die müssen zuerst
uns freistellen.Nachdem können wir uns um unsere eigene Abwasserbeseitigung
kümmern.
Ich habe jetzt eine Firme ( Abwassertechnik) an meiner Seite mit deren Hilfe ich jetzt einen Einleitungsantrag stellen werde. Mal sehen was passiert.
Gruß
FN


>Hallo,
>wir leben auf einem Aussiedlerhof der mit 2 anderen Höfen ca. 3Km von der
>nächsten Ortschaft entfernt ist.
>Wir wurden jetzt vom Bürgermeister angesprochen wegen einer Abwasserleitung
>die von unseren Höfen zum nächsten Kanal gelegt werden soll um die Abwässer zur Kläranlage zu führen.
>Bisher wurden unsere Abwässer von der Klärgrube zu einem Güllebehälter geleitet und somit mit den anderen Wirtschaftsdüngern (Gülle) auf das Feld ausgebracht.
>Jetzt sei dies in absehbarer Zeit nicht mehr zulässig,und wir müssen anschließen.Anschlußkosten pro Hof 17500EUR. Die gesammte Leitung soll insgesamt 240000EUR kosten!? Zuschuß vom Land Hessen 190000EUR.
>Eine Kleinkläranlage für jeden Hof sein nicht genemigungsfähig,da wir keinen Vorfluter haben?
>Wer hat Erfahrungen mit der Gesetzeslage? Was ist der Vorfluter? Warum kann man den nicht an eine Kläranlage anbauen? Ist ein Betrag von 17500EUR für einen Haushalt überhaupt zumutbar? Wer kann uns gegen die Behörden beistehen
>( Rechtsanwalt ) ?

SvenG

unregistriert

7

Donnerstag, 26. Oktober 2006, 10:09

Re: Genemigung einer Kleinkläranlage

Hallo

Die Positionierung der Wasserbehörde ist schwer nachvollziehbar. Das Grundwasser kann in diesem Fall auch als Vorfluter betrachtet werden.
Richtig ist die Aussage, dass zuerst euer Abwasserbeseitigungspflichtiger einen Antrag auf Befreiung von der abwasserbeseitigungspflicht stellen muss. Das dürfte in Deinem Fall aber Formsache sein, da eine Erschließung nicht zu vertreten ist.

MfG Sven

agate

unregistriert

8

Montag, 30. Oktober 2006, 03:15

Re: Genemigung einer Kleinkläranlage

Hallo,
möchte auf den folgenden Faden hinweisen:

http://f27.parsimony.net/forum66272/messages/4335.htm

LG.

Paul Tiskens

unregistriert

9

Dienstag, 14. November 2006, 10:17

Re: Genemigung einer Kleinkläranlage

Hallo Herr Nickel,

ich komme aus NRW (Niederrhein) und kämpfe seit ca. zwei Jahren mit den Behörden wegen dem Anschluß- und Benutzungszwang. Ich wohne auch ca. 3 km vom Ortskanal entfernt, weiterhin ca. 15 Einzelhöfe/Häuser. Die Gemeinde hat eine Druckentwässerung verlegt ohne Alternativen zu prüfen, ohne Abwasserkonzept und ohne Ratsbeschluß. Ich habe mich geweigert anzuschließen und will als einzigster mein Dreikammersystem umrüsten. Alle anderen haben alte Gruben und haben auch nicht den Mut zu kämpfen. Mittlerweile ist die Sache vor dem VG und OVG gewesen, allerdings ohne Erfolg. Eine generelle Befreiuung ist nicht zu bekommen, allerdings auch gar nicht erforderlich wie ich mittlerweile weiß. Man muss ein System errichten, wobei kein Abwasser mehr anfällt was abzugeben ist ! Technisch ist dies heute möglich. Verbleibendes Restwasser kann oberflächig verrieselt werden, z. B. für Bewässerung Pferdekoppel, in diesem Fall erübrigt sich auch eine Einleiterlaubnis da kein Wasser eingeleitet wird ! Ich habe entsprechende Schreiben auch vom BMU vorliegen die solche Systeme ausdrücklich befürworten, sich aber nicht mit den einzelnen Problemen von Bürgern auseinandersetzen können. Also kann man nur standhaft bleiben und Tatsachen schaffen, sprich ein solches System herstellen. Nach meinen Informationen beabsichtigt die Bundesregierung das zum Ende 2005 ausgelaufene Förderprogramm für Abwasserbeseitigung/Behandlung ab 2007 neu aufzulegen.

Micky

unregistriert

10

Donnerstag, 11. Januar 2007, 09:59

Re: Genemigung einer Kleinkläranlage

Hallo,

verstehe ich es richtig, der einmalige Anschlussbeitrag beträgt 17.500 €? Ich würde in diesem Fall folgende Überlegung anstellen:

mit der Zahlung der 17.500 € wären mindestens für die nächsten 50 Jahre alle Investitionen in Sachen Abwasserbeseitigung für Ihr Grundstück erledigt. Dagegen würde ich ausrechnen, was eine neue Kleinkläranlage mit allem Drum und Dran kostet. Dabei muss man bedenken, dass sich die Anforderungen an die Anlagen, die zur Klärung auf den Grundstücken gestellt werden, im Laufe der Zeit sich ständig ändern. Hier in Hessen z.B. genügt in der Regel die Kleinkläranlage allein schon nicht mehr, es werden schon Tropfkörper gefordert und teilweise Untergrundverrieselungen, Rigolenversickerungen und und und. Eine Kleinkläranlage hält keine 50 Jahre, d.h. es wird auf jeden Fall erheblich vorher eine große Neuinvestition erforderlich.

Mit einem Kanalanschluss und der einmaligen Zahlung des Anschlussbeitrages und der Zahlung der laufenden Kanalgebühren ist man alle Sorgen um die Abwasserbeseitigung auf einen Schlag los und braucht sich nie mehr um den Neubau/Erweiterung usw. der Kläreinrichtung und um deren Leerung zu kümmern.

Ich kenne viele Eigentümer von im Außenbereich liegenden Grundstücken, die heilfroh wären, wenn sie endlich an die Kanalisation angeschlossen würden.

Kleiner Tipp: sollte die Zahlung des Anschlussbeitrages in einer Summe Probleme bereiten, kann man mit der Gemeinde eine Ratenzahlung aushandeln.

Micky

Christian Schulz

unregistriert

11

Mittwoch, 24. Januar 2007, 11:24

Re: Genemigung einer Kleinkläranlage

Hallo Micky,
deine Überlegungen in Ehren, aber wenn man im Jahre 2007 bzw. 2006 von Kleinkläranlagen redet, meint man i.d.R. bereits mechanisch-biologische Kläranlagen, deren Leistungen mit denen einer großen Kläranlage vergleichbar sein sollten. Ich gebe dir Recht, Tropfkörper sind zwar ein altes, aber (vielleicht gerade deshalb) ein immernoch sehr zuverlässiges System. Untergrundverrieselungen dagegen sind u. a. in Hessen (selbst hinter Kleinkläranlagen) seit vielen Jahren nicht mehr zulässig. Es geht stattdessen sogar einfacher: mit Versickerungsmulden (hinter KKAs wohlgemerkt).
Ich gebe dir auch Recht, dass man mit einem zentralen Anschluß alle Sorgen los ist. Man muss nur einmal kräftig (in diesem Fall alles in Allem ca. das 5-fache) zahlen. Danach nur noch die (i.d. R.) eher steigenden Abwassergebühren genießen.
Erlauben es die örtlichen Gegebenheiten aber, wie in vielen vgl. Fällen eine Kleinkläranlage ohne technische Aggregate zu verwenden, sind die Reinvestitionskosten (selbst bei einer, im Zuge der allg. rasanten Entwicklungen sowie in Anbetracht des sog. demographischen Wandels und seiner wasserwirtschaftlichen Konsequenzen, unverhältnismäßigen Rechengröße von 50 Jahren) maginal.
Alles in Allem hinken deine Überlegungen ein wenig, man sollte daher immer den Einzelfall genau prüfen.
Gruß aus Oberhessen
Christian Schulz


>Hallo,
>verstehe ich es richtig, der einmalige Anschlussbeitrag beträgt 17.500 €? Ich würde in diesem Fall folgende Überlegung anstellen:
>mit der Zahlung der 17.500 € wären mindestens für die nächsten 50 Jahre alle Investitionen in Sachen Abwasserbeseitigung für Ihr Grundstück erledigt. Dagegen würde ich ausrechnen, was eine neue Kleinkläranlage mit allem Drum und Dran kostet. Dabei muss man bedenken, dass sich die Anforderungen an die Anlagen, die zur Klärung auf den Grundstücken gestellt werden, im Laufe der Zeit sich ständig ändern. Hier in Hessen z.B. genügt in der Regel die Kleinkläranlage allein schon nicht mehr, es werden schon Tropfkörper gefordert und teilweise Untergrundverrieselungen, Rigolenversickerungen und und und. Eine Kleinkläranlage hält keine 50 Jahre, d.h. es wird auf jeden Fall erheblich vorher eine große Neuinvestition erforderlich.
>Mit einem Kanalanschluss und der einmaligen Zahlung des Anschlussbeitrages und der Zahlung der laufenden Kanalgebühren ist man alle Sorgen um die Abwasserbeseitigung auf einen Schlag los und braucht sich nie mehr um den Neubau/Erweiterung usw. der Kläreinrichtung und um deren Leerung zu kümmern.
>Ich kenne viele Eigentümer von im Außenbereich liegenden Grundstücken, die heilfroh wären, wenn sie endlich an die Kanalisation angeschlossen würden.
>Kleiner Tipp: sollte die Zahlung des Anschlussbeitrages in einer Summe Probleme bereiten, kann man mit der Gemeinde eine Ratenzahlung aushandeln.
>Micky

Micky

unregistriert

12

Mittwoch, 31. Januar 2007, 17:31

Re: Genemigung einer Kleinkläranlage

Hallo,

sicher muss man immer den Einzelfall sehen. Ich arbeite in einer Behörde und erhebe Abwasserbeitrag und -gebühr und ich stelle fest, dass seit langen Jahren die im Außenbereich liegenden Grundstücke alle förmlich um Kanalanschlüsse betteln. Nicht einer möchte lieber seine Grundstückskläreinrichtung behalten. Also kann meine Überlegung grundsätzlich nicht so falsch sein. Jeder muss eben selber rechnen. Nichts für ungut!

Gruß
Micky

tthh456

unregistriert

13

Samstag, 10. März 2012, 14:22

eigene Kläranlage trotz Mehrheitsbeschluss einer Eigentümergemeinschaft

ich habe eine ganz kurze Frage und hoffe mir kann einer seine Meinung sagen :

ich wohne in einem Haus in dem mehrere Parten von Familien wohnen, die eine gemeinsame Kläranlage erneuern bzw. bauen wollen. Ich muss dazu erklären das wir in unserem Grundstücksteil schon eine eigene haben die ebenfalls erneuert werden soll. Das Problem liegt darin das wir uns eine eigene bauen wollen, weil es mit den lieben Nachbarn schon seit Anfang an extreme Probleme gibt die auch schon mehrfach gerichtlich ausgetragen wurden.

Um die Frage kurz zu stellen was wäre wenn ich in meinem eigenem Grundstück egal was die Eigentümergemeinschaft will mir eine eigene Kläranlage baue. Es wäre nett wenn mir wenn möglich ein Rechtsanwalt antworten könnte.

DANKE IM VORRAUS

SvenG

Fortgeschrittener

Beiträge: 280

Wohnort: Thüringen

Beruf: Abwassermeister

14

Montag, 12. März 2012, 07:28

Ein paar Fragen: Wohnt Ihr in einem Mehrfamilienhaus in so einer Art Eigentumswohnung? Fließt in die Kläranlage auf Eurem Grundstücksteil nur Euer Abwasser rein? Stell ich mir bei einem Mehrfamilienhaus irgendwie kompliziert vor, da in der Regel alle Wohnungen an einem Fallstrang hängen. Oder habt ihr separate Grundstücke, auf dem jeweils ein Haus steht und die über eine gemeinsame Kläranlage entwässern? Wieso habt Ihr dann was eigenes? Ich seh nicht durch.
MfG Sven

(Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten)

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